Sicherung von Schiffssystemen mit Tap-and-Go-Authentifizierung – auch ohne Konnektivität | Credenti Paper
Maritime und Logistikunternehmen sind in einigen der weltweit komplexesten und in Bezug auf Konnektivität eingeschränktesten Umgebungen tätig. Schiffe auf See, abgelegene Terminals, wechselnde Besatzungen, gewerkschaftlich organisierte Arbeitskräfte und veraltete nautische Systeme stellen Herausforderungen hinsichtlich der Identitätsprüfung dar, die mit herkömmlichen Cloud-basierten IAM-Plattformen nicht gelöst werden können.
Gleichzeitig nimmt der regulatorische Druck zu. Die Cybersicherheitsinitiativen der US-Küstenwache und umfassendere Rahmenwerke für das Risikomanagement im maritimen Bereich verlangen nun eine Multi-Faktor-Authentifizierung, individuelle Benutzerverantwortung und überprüfbare Zugriffskontrollen – selbst in Offline-Umgebungen.
Dieses Whitepaper untersucht ein neues Modell: Offline-First, schiffsgebundene, passwortlose Authentifizierung mit Tap-and-Go-Anmeldedaten. Durch die Verankerung der Identität auf Maschinenebene und die sichere Speicherung der Anmeldedaten auf jedem Schiff können Logistikunternehmen gemeinsame Konten abschaffen, eine phishing-resistente MFA durchsetzen und die vollständige Überprüfbarkeit gewährleisten – ohne Telefone, Passwörter oder ständige Konnektivität.
Moderne maritime Operationen sind auf digitale Systeme für Navigation, Wartung, Sicherheit, Compliance und Logistikkoordination angewiesen. Viele dieser Anwendungen – darunter nautische und Flottenmanagement-Plattformen – wurden nie für moderne Identitätsrahmenwerke entwickelt.
Das Ergebnis: Sicherheitsanforderungen, die im Widerspruch zu betrieblichen Einschränkungen stehen.
Viele Schiffe nutzen gemeinsame Zugangsdaten für den Zugriff auf Bord-Systeme. Das ist zwar praktisch, aber solche gemeinsamen Konten sind ein großes Risiko für die Cybersicherheit und die Einhaltung von Vorschriften.
Ohne eine an eine Person gebundene Identität kann die Einhaltung von Vorschriften nicht nachgewiesen werden – selbst wenn andere Kontrollen vorhanden sind.
Abbildung 1: Gemeinsamer Zugriff und verlorene Verantwortlichkeit
Besatzungsmitglied A
Besatzungsmitglied B
Besatzungsmitglied C
↓
Gemeinsam genutzter Arbeitsplatz
→
Gemeinsames Konto
Gemeinsame KontenKeine MFA-DurchsetzungKeine Benutzerzuordnung
Ein Schiff, auf dem mehrere Besatzungsmitglieder über ein gemeinsames Konto auf denselben Arbeitsplatz zugreifen. Alle Besatzungsmitglieder melden sich mit denselben Anmeldedaten an, ohne dass zwischen den Benutzern unterschieden wird. Diese Darstellung verdeutlicht die zentralen Compliance- und Sicherheitslücken, mit denen maritime Betreiber heute konfrontiert sind.
Anstatt die Identitätsüberprüfung in jede Anwendung zu integrieren, verlagert ein robusterer Ansatz die Authentifizierung auf die Maschinen- und Zugriffsebene.
Jedes Schiff wird zu seiner eigenen sicheren Identitätsgrenze.
Abbildung 2: Jedes Schiff fungiert als eigene sichere Identitätszone
Zentrale Identitätsplattform
⋯⋯ Bei Verfügbarkeit synchronisieren ⋯⋯
Schiffsidentitätsgrenze
Lokaler Identitätsdienst
Zwischengespeicherte Anmeldedaten und Rollen
Bordsysteme
Offline-fähige Anmeldedaten bleiben auf dem SchiffSync, wenn verfügbar
Eine um ein Schiff gezogene Grenze stellt eine in sich geschlossene Identitätsumgebung dar. Innerhalb des Schiffes: lokaler Identitätsdienst, zwischengespeicherte Anmeldedaten und Rollen sowie Bordsysteme. Außerhalb des Schiffes: zentrale Identitätsplattform. Dieses Modell gewährleistet, dass die Authentifizierung auch dann fortgesetzt wird, wenn die Verbindung zum Festland unterbrochen ist.
Die passwortlose Tap-and-Go-Authentifizierung vereinfacht die MFA für Mitarbeiter mit Kundenkontakt und gewährleistet gleichzeitig strenge Sicherheitskontrollen.
Keine Passwörter. Keine persönlichen Geräte erforderlich. Keine Verzögerungen.
Abbildung 3: Passwortloser Tap-Zugang für Besatzungsmitglieder
Crewmitglied
→
Ausweis / Karte / NFC
→
Lokale Überprüfung
→
Zugriff gewährt
TapVerifyZugriff gewährt
Ein Ablauf von links nach rechts zeigt, wie ein Besatzungsmitglied eine Zugangsberechtigung einliest, eine lokale Überprüfung auf dem Schiff erfolgt und sofortiger Zugriff auf die Schiffssysteme gewährt wird. Dies unterstreicht, dass MFA sowohl sicher als auch betrieblich effizient sein kann.
Lücken in der Konnektivität sollten Sicherheitskontrollen nicht außer Kraft setzen.
Sicherheit und Compliance bleiben auch mitten auf dem Ozean unverändert gewährleistet.
Abbildung 4: Sicherer Zugriff während Offline-Reisen
Verbindung zum Ufer unterbrochen
→
Lokal authentifizieren
→
Auf dem Schiff gelagerte Baumstämme
Verbindung wiederhergestellt
→
Holzscheite Synchronisierung mit Shore
Funktioniert offlineLogs werden lokal gespeichertSynchronisierung bei erneuter Verbindung
Ein Schiff ist von den Küstensystemen getrennt, während die Besatzungsmitglieder weiterhin lokal authentifiziert werden. Die Protokolle werden auf dem Schiff gespeichert und später synchronisiert, wenn die Verbindung wiederhergestellt ist. Damit wird das häufigste regulatorische Problem gelöst: Was passiert, wenn das Schiff offline ist?
Die Besatzungsmitglieder wechseln häufig zwischen den Schiffen und können bei verschiedenen Einsätzen unterschiedliche Aufgaben übernehmen.
Beispiel: Ein Besatzungsmitglied kann als Chefingenieur auf Schiff A und als Besatzungsmitglied auf Schiff B tätig sein. Die Zugriffsrichtlinien passen sich automatisch an die jeweilige Zuweisung an.
Abbildung 5: Globale Besatzungsidentität mit schiffsspezifischen Rollen
Identität einer einzelnen Besatzung
Schiff A
Rolle: Chef
↔
Schiff B
Rolle: Besatzung
Änderungen der einzelnen Identitätsrolle nach Schiff Nahtloser Schiffswechsel
Eine einzige Benutzeridentität verbindet sich mit mehreren Schiffen, wobei jedes Schiff unterschiedliche rollenbasierte Zugriffskontrollen anwendet. Diese zukunftsweisende Funktion unterstützt einen skalierbaren Flottenbetrieb ohne erneute Registrierung oder eine unübersichtliche Vielzahl von Anmeldedaten.
Viele maritime Systeme, darunter auch nautische Managementplattformen, lassen sich nicht ohne Weiteres in moderne SSO- oder Identitätsstandards integrieren. Die Authentifizierung auf Maschinenebene bietet hier einen praktischen Weg nach vorn.
Abbildung 6: Moderne Identität ohne Änderung der Legacy-Anwendungen
Crewmitglied
→
Tap-Identitätsschicht
→
Legacy Maritime App
Keine App-Änderungen erforderlich Menschliche Identität protokolliert Schnelle Bereitstellung
Ein Besatzungsmitglied authentifiziert sich per Tap-and-Go, während eine Identitätskontrollschicht vor den unveränderten maritimen Legacy-Anwendungen sitzt. Dieser Ansatz modernisiert die Sicherheit, ohne den Betrieb zu stören.
Ein Offline-First-Identitätsmodell ohne Passwörter bietet messbare Compliance-Vorteile:
Für Cybersicherheitsprogramme im maritimen Bereich liefert dies einen stichhaltigen Nachweis für die Reife der Identitätskontrolle.
Cyber-Bedrohungen für die Logistik- und Meeresinfrastruktur nehmen weiter zu. Die behördliche Kontrolle wird verschärft. Betriebsausfälle sind kostspielig.
Unternehmen benötigen ein Identitätsmanagement-Framework, das in nicht vernetzten Umgebungen funktioniert, Altsysteme schützt, wechselnde Mitarbeiter unterstützt, gemeinsame Zugangsdaten überflüssig macht und eine phishing-resistente Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) durchsetzt.
Die Offline-First-Authentifizierung per Tap-and-Go stellt die nächste Evolutionsstufe in der maritimen Cybersicherheit dar.
Identität muss dort funktionieren, wo Konnektivität endet.
Durch die Einführung einer schiffsgebundenen, passwortlosen Authentifizierung können Logistik- und Seeverkehrsunternehmen gemeinsame Zugangsdaten durch eine nachvollziehbare menschliche Identität ersetzen, eine reibungslose Multi-Faktor-Authentifizierung durchsetzen und eine auditfähige Compliance erreichen – selbst in vollständig offline betriebenen Umgebungen.
Die Zukunft der Cybersicherheit im Seeverkehr ist anpassungsfähig, widerstandsfähig und passwortlos.
Bringen Sie eine offlinefähige, phishingresistente Authentifizierung auf Ihre Schiffe, Terminals und in Ihren Frontline-Betrieb – ohne dabei geschäftskritische Arbeitsabläufe zu stören.